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 Die Gelben Felder

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isa
Butterfly
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BeitragThema: Die Gelben Felder   Sa Dez 29, 2007 3:20 pm

Hab angefangen eine Geschichte zu schreiben (soll eigentlich mal ein Buch werden). Es wird sowas wie ein Krimi oder ein Thriller. Ich wollte mal wissen was ihr davon haltet oder ob ihr Vorschläge zur Verbesserung habt.
Hab schon mehr geschrieben aber hier mal ein kleiner Auszug

1. Kapitel
Tom saß auf seinem, schon etwas zerfetzten und zerfransten Stuhl. Der Stuhl stammte noch von seinem Großvater. Er war seit eh und je in der alten Wohnküche gestanden. Seit er denken konnte, war sein Großvater auf dem Stuhl gesessen und hatte ihm Geschichten aus seiner Jugend erzählt. Und später, als sein Großvater gestorben war, hatte sein Vater auf dem Stuhl gesessen. Bis tief in die Nacht hinein, und hatte darauf gewartet, dass Tom von seinen nächtlichen Ausflügen ins Dorfgasthaus zurückkam.
Tom nahm einen Schluck Tee aus seiner schon etwas verwaschenen Lieblingstasse, die er einmal von irgendjemandem zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte.
Er las in einigen der Berichte, die er in den letzten Tagen verfasst hatte. Nichts aufregendes, wie immer. Trunkenheit am Steuer, Fahren ohne Licht, Sachbeschädigung. Nichts Besonderes. Etwas das Tom jeden Tag zu sehen bekam, und das ihn nicht weiter beschäftigte. Was sollte es auch schon aufregendes geben, in einem Fünfhundert-Seelen-Dorf wie Fählen.
In diesem Dorf war noch nie etwas Aufregendes geschehen. Nicht seit er denken konnte, und nicht seit sein Vater oder sein Großvater denken konnten. Nur zur Zeit des ersten und zweiten Weltkrieges waren aufregende Dinge passiert. Wenn es auch schlimme Dinge gewesen waren, wie zum Beispiel der Einmarsch der Russen. Aufregend war es trotzdem. Jedenfalls in Toms Augen. Doch er kannte diese Zeit nur aus den Erzählungen seines Großvaters, der ihm jeden Abend im besagten Sessel die wildesten und lustigsten Geschichten erzählte.
Tom streichelte die alte Rosi (eine ziemlich alte und dicke Katze) ein letztes Mal. Danach stand er auf und ging zur nahe gelegenen Abwasch. Er stellte seine Tasse hinein und ließ etwas Wasser darüber. Schließlich blies er noch die Kerze, die am Tisch stand und die schon weit über den Teller, der als Untersetzer diente hinaus Wachsspuren gezogen hatte, aus.
Er schloss das halb geöffnete, schon mindestens 70 Jahre alte Fenster und zog die roten Vorhänge mit grünem Stickmuster davor. Er knipste das Licht über dem alten Holzofen aus und schloss die Tür zur Küche.
Auf seinem Weg in sein Schlafzimmer machte er kurz halt vor einer braunen Holztür, die halb angelehnt war. Er öffnete sie für einen Augenblick und warf einen Blick auf seine schlafende Mutter. Toms Mutter war die einzige nahe Verwandte die ihm noch geblieben war. Sein Großvater und sein Vater waren schon lange tot. Und seine Großmutter hatte er nie kennen gelernt. Seine Mutter war eine 76jährige alte Dame. Sie litt an Alzheimer, was Toms Leben nicht gerade einfach machte. Aber da in Fählen sowieso nichts los war, erlaubte es ihm seine Arbeit sich intensiver um seine Mutter zu kümmern.
Tom hatte keine Frau. Er hatte auch keine Freundin. Er war zwar immer auf der Suche gewesen, aber die meisten Frauen mit denen er eine Beziehung hatte, ließen sich durch die Krankheit seiner Mutter oder durch seinen Beruf abschrecken. Und so war er eben immer noch ein Junggeselle der bei seiner Mutter lebte. Obwohl er schon 34 war, störte ihn diese Tatsache nicht. Er gab nichts darauf, was andere von ihm dachten. Er war Polizist. Man dachte also automatisch schlecht von ihm.
Nachdem er beruhigt war, dass eine Mutter schlief, ging er ins Badezimmer, wo er sich seiner Kleider entledigte und begann sich die Zähne zu putzen. Susi, die andere Katze schmiegte sich langsam an seine Beine. Sie begann im Kreis um ihn zu wandern und schnurrte dabei genüsslich.
Nach einigem Gurgeln und Spucken machte er auch das Licht im Badezimmer aus.
Er ging durch den dunklen Gang, der die Wohnküche mit dem Rest der Zimmer verband.
Nach einigen Schritten bog er rechts ab und öffnete eine Tür. Er gelangte in einen dunklen, etwa drei Quadratmeter großen Vorraum, der ziemlich staubig war.
Er und sein Bruder Georg hatten diesen Teil des Hauses erst vor wenigen Jahren ausgebaut. Als feststand, dass seine Mutter Alzheimer hatte beschloss er den alten Kuhstall zu seinem Zimmer auszubauen. Georg lebte eigentlich in der Hauptstadt. Er war verheiratet und hatte zwei kleine Buben. Er kam nur gelegentlich um seine Mutter zu besuchen. Toms Meinung nach viel zu selten. „Sie freut sich doch jedes mal so, wenn ihr mit den Kindern kommt.“, redete er ständig auf Georg ein. Aber wenn jemand nicht von sich aus wollte, konnte man ihn nicht zwingen.
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